WUN. Etwa ein halbes Jahr nach dem Großbrand in Holenbrunn, der die Einsatzkräfte seit 10.09., 04.00 Uhr, bis weit in den Folgetag in Atem hielt war es an der Zeit den Katastrophenfall noch einmal Revue passieren zu lassen.
Zur offiziellen Nachbesprechung konnte KBR Wieland Schletz am vergangenen Freitag rund 237 Einsatzkräfte aller BOS-Organisationen in der Fichtelgebirgshalle in Wunsiedel begrüßen. KBI Armin Welzel, der den Katastropheneinsatz in den vergangenen Wochen minutiös aufgearbeitet und dafür unzähliges Text- und Bildmaterial gesammelt hatte, stellte dieses herausragende Brandereignis in seinem rund drei Stunden dauernden Vortrag detailliert vor.
Der Vortrag war in mehrere Blöcke unterteilt und startete mit grundlegenden Informationen zum Brandort und den dort angesiedelten Firmen. Danach folgte die erste Alarmierungsphase "BMA-Alarm" einschließlich der Ersterkundung durch die Ortsfeuerwehr. Der dritte Block war von der Einsatzstellenorganisation ab Alarmphase "B4-Brand Industrie" bis hin zum Einsatzablauf geprägt. Im vierten und letzten Teil folgte noch ein Fazit des zweitägigen Einsatzes.
Die Einsatzkräfte hatten während des Großbrandes mit zahlreichen Herausforderungen zu kämpfen - u. a. die schnelle Brandausbreitung in diesem großen und verwinkelten Industriekomplex, die besonderen Umstände bei der Erkundung, der Wasserförderung, der gelagerten (Gefahr-)Stoffe u.v.m.
Der Einsatz startete am 10.09.2024 um 04:03 Uhr mit der Alarmierung zu einem Brandmeldeanlagenalarm und wuchs im Laufe der folgenden Stunden zu einem Großbrand mit Ausrufung des Katastrophenfalls auf. Aus dem Landkreis waren 40 Feuerwehreinheiten, aus den benachbarten Landkreisen Tirschenreuth, Hof, Bayreuth und Tschechien weitere 24 Einheiten und von anderen BOS-Organisationen zusätzliche 28 Einheiten mit insgesamt 1.036 Einsatzkräften und 241 Fahrzeugen vor Ort tätig oder zur Gebietsabsicherung an verschiedenen Standorten stationiert. 39 Pumpen förderten in insgesamt 7.500 m Schlauchmaterial das notwendige Wasser an die Einsatzstelle, 288 Atemschutzgeräteträger bemühten sich an vorderster Front um Schadensbegrenzung.
Im weiteren Brandverlauf formierten sich parallel zum Brandgeschehen zwei Einsatzstäbe im Feuerwehrhaus Wunsiedel (ÖEL) und im Landratsamt Wunsiedel (FüGK), die das weitere Geschehen koordinierten und im Rahmen des Katastrophenfalls Ablösekräfte über die Regierung von Oberfranken anforderten.
Der damalige Abschlussbericht zum Nachlesen: https://kfv-wunsiedel.feuerwehren.bayern/einsatz/110108/
Dank des professionellen Einsatzes aller BOS-Organisationen waren bis auf zehn Leichtverletzte keine Personenschäden zu beklagen. Zudem konnte trotz des enormen Brandereignisses eine der Firmen, die dem Standort treu geblieben ist, inzwischen einen Teil der Produktion wieder aufnehmen.
Abschließend bedanken wir uns an dieser Stelle nochmals bei allen eingesetzten Kräften (Feuerwehr, Rettungsdiensten, Technischem Hilfswerk, Polizei, Bundespolizei, FüGK, Notfallmanager Bahn, Energieversorger u.v.m.) für die tatkräftige Unterstützung über Landkreis- und Landesgrenzen hinweg sowie bei der Bevölkerung für die Verpflegung der Einsatzkräfte vor Ort.